Gibt es eine Regel, wann aus Schimmelsporen Schimmel wird?
Geposted am | Mai 15, 2010
Ja, es gibt eine – zumindest indirekte – Regel!
Wann immer die Luftfeuchte sich an der Wandoberfläche niederschlägt, dann ist Gefahr des Schimmelwachstums in Verzug. Natürlich wächst bei einer Kochorgie nicht gleich Schimmel in der oberflächlich feuchten Küche. Wenn dies aber häufiger der Fall ist und die Feuchte nie richtig abtrocknen kann, dann ist der Gefahrenmoment gegeben.
Maßgeblich für das Auskondensieren der Luftfeuchte ist der Taupunkt. Mit Taupunkt bezeichnet man die Kombination von Luftfeuchte und Temperatur, bei deren Unterschrei-tung sich die Feuchte nicht mehr in der Raumluft halten kann, sondern auf der Wandoberfläche auskondensiert.
Wer also immer wieder Schimmelbelastung hat, sollte von einem Fachmann ein Tau-punktprofil erstellen lassen. Im Prinzip haben wir nur zwei Möglichkeiten in dieses Gleichgewicht zwischen Temperatur und Luftfeuchte einzugreifen. Einmal können wir für wärmere Wände sorgen und zum anderen für einen Austausch der hochfeuchten Luft gegen tro-ckenere Luft.
Wärmere Wände kriegen Sie mit einer Strahlungsheizung hin oder auch durch das geschickte Ausnutzen solarer Energie von außen. Den Austausch von hochfeuchter Luft gegen trockenere Luft, bewirken Sie durch cleveres Lüften.
Schimmelwachstum hat immer nur eine Ursache, Dauerfeuchte auf den Wänden! Entwe-der durch Kondensation oder durch kapillar aufsteigende Feuchte von Innen.
Werner Büsch